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astrea/Apotheke

In der Apotheke gehen Sie auf Nummer sicher

Im Internet angebotene Arzneimittel sind häufig mangelhaft in Qualität und Wirksamkeit. Es besteht ein gesundheitliches, finanzielles und rechtliches Risiko. Wer seine Medikamente in der Apotheke bezieht, steht auf der sicheren Seite –
Beratung inklusive.

Rahel Rohrer, Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse

Auch wenn der Trend spürbar ist, Äpfel und Eier beim nahe gelegenen Bauernhof direkt zu beziehen und vielleicht einmal wieder Ferien in Helvetien zu geniessen – unser Konsumverhalten ist sehr oft abhängig vom Ausland, Stichwort Kleider, Handys oder Autos, um nur einige zu nennen. Und bekannterweise werden auch die allermeisten Medikamente im Ausland hergestellt, selbst wenn es sich um inländische Pharmafirmen handelt. Der hohe Druck auf die Medikamentenpreise hat dazu geführt, dass Hersteller Produktionslinien in der Schweiz verkleinern oder ganz auslagern. Der weltweite Wirkstoffmarkt wird zunehmend monopolistisch von wenigen Produzenten in Indien und China beherrscht.

Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier
Obwohl Lieferengpässe von Medikamenten heute zum Apothekenalltag gehören und die Suche nach Alternativen einen täglichen Aufwand pro Apotheke von ein bis zwei Stunden verursacht – notabene unentschädigt – ist die gute Nachricht: Medikamente werden in der Schweiz streng geprüft. Die schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte Swissmedic gewährleistet, dass in der Schweiz nur qualitativ hochstehende, sichere und wirksame Heilmittel erhältlich sind.

Schweizer Gütesiegel: Drin, was draufsteht
Schweizer Apotheken dürfen ausschliesslich bei Swissmedic registrierte Medikamente abgeben, die eine spezielle Packung und eine dreisprachige Packungsbeilage aufweisen. Es ist Schweizer Apotheken verboten, ihrer Kundschaft die freie Wahl zwischen zum Beispiel einem französischen oder schweizerischen Schmerzmittel zu geben. Ausländische Medikamente würden auch nicht von der Krankenkasse vergütet.

Verführung Internet nicht zielführend
In der Apotheke profitiert man also von der Qualitätsgarantie. Im Internet dagegen finden sich unzählige Annoncen und Anbieter, die nicht lupenrein mit dem Verkauf von Arzneimitteln locken. Erfahrungen zeigen, dass Arzneimittel, die per Internet bestellt werden, oft aus einer illegalen ausländischen Quelle stammen und die Qualität der Ware mangelhaft ist. Häufig wird mit dem Slogan «Originalmedikamente zu günstigen Preisen» geworben. Geliefert werden grösstenteils gefälschte Medikamente oft mit schweren Qualitätsmängeln, ohne Schachtel oder Packungsbeilage, die zu hoch oder zu niedrig dosierte, falsche, nicht deklarierte oder gar keine Wirkstoffe enthalten. Swissmedic rät deshalb grundsätzlich vom Bezug von Arzneimitteln aus dem Internet ab und empfiehlt ausdrücklich, sich bei Gesundheitsfragen an ausgebildete Fachpersonen wie Ärzte oder Apotheker zu wenden.

Grosses Gesundheitsrisiko durch illegale Importe
Der Kauf von Arzneimitteln aus dem Internet aus unsicherer Quelle kann gefährlich für die Gesundheit sein. Insbesondere wenn mit sensationellen Ergebnissen ohne Nebenwirkungen geworben wird, ist Misstrauen angesagt. Umfangreiche Laboruntersuchungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass diese Präparate manchmal neben der falschen Dosierung Verunreinigungen oder sogar nicht deklarierte synthetische Inhaltsstoffe enthalten, die in der Schweiz wegen schweren Nebenwirkungen vom Markt zurückgezogen worden sind. Selbst wenn ein Arzneimittel tatsächlich den deklarierten Wirkstoff enthalten sollte, kann unsachgemässe Lagerung oder Mängel beim Transport die Wirkung eines Arzneimittels negativ beeinflussen. Letztes Jahr stellte Swissmedic zusammen mit der eidgenössischen Zollverwaltung 7781 illegale Arzneimittelimporte sicher. Die Anzahl der beschlagnahmten Sendungen hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

Kontakt mit Fachperson zwingend
Im Internet werden rezeptpflichtige Präparate meist ohne ärztliche Verschreibung angeboten, was eine Gesundheitsgefahr wegen fehlender medizinischer Betreuung darstellt. Das Bundesgericht hat bereits 2015 entschieden, dass der Versand von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten ohne Vorliegen eines ärztlichen Rezepts laut Heilmittelgesetz nicht zulässig ist. Ein Patientenfragebogen genügt für den Versand solcher Medikamente nicht. Ein persönlicher Kontakt zwischen Fachperson und Patient ist notwendig, bevor ein Medikament abgegeben bzw. versendet werden darf. Nur so kann der Gesundheitszustand ausreichend abgeklärt und den Regeln der medizinischen und pharmazeutischen Wissenschaften entsprochen werden. In der Schweiz ist die Sicherheit der Patienten oberstes Gebot.

Beschlagnahmungen und Strafverfahren
Ist der Import illegal, werden die Waren am Zoll beschlagnahmt. Bei wiederholten Importen oder bei Verdacht auf Handel droht ein Strafverfahren. Wenn die zurückgehaltenen Arzneimittel die Gesundheit gefährden oder aus einer illegalen Quelle stammen, werden sie vernichtet. Ansonsten können sie unter Umständen an den Absender zurückgeschickt werden. In jedem Fall muss der Besteller den Aufwand der Behörde von mindestens 300 Franken bezahlen. Erlaubt ist, dass eine Privatperson für sich selbst, aber nicht für Drittpersonen, Arzneimittel in der Grössenordnung eines Monatsbedarfs importieren darf. Diese Gesetzesbestimmungen sind laut Swissmedic jedoch eigentlich nur für Touristen gedacht, die ihre Arzneimittel in ihrem Herkunftsland erworben haben und sie für ihren Aufenthalt in die Schweiz mitbringen. Wenn ein Arzneimittel aber als Betäubungsmittel eingestuft ist, darf es nur durch kranke Reisende mitgeführt werden. Umgekehrt kann Swissmedic nicht Auskunft für Reisen von Schweizern ins Ausland geben, da die in den jeweiligen Ländern geltenden Gesetze massgebend sind. Für Importe in fremde Länder können die Botschaften Auskunft geben.

Warnung vor «pflanzlichen» Schlankheitstees
Aufgepasst: Laut Swissmedic können Arzneimittel, insbesondere Präparate, die dem Muskelaufbau dienen, auch Dopingmittel sein. Und Nahrungsergänzungsmittel können auch als Arzneimittel eingestuft werden, wenn sie zur Heilung eines Leidens angepriesen werden, z. B. gegen Gelenkschmerzen, zur Senkung des Blutzuckers oder zum Abnehmen. So warnte Swissmedic kürzlich eindringlich vor der Einnahme von bestimmten Schlankheitstees. Die Produkte wurden online als pflanzlicher Tee und pflanzliche Kapseln zum Abnehmen angeboten. Nach dem Konsum der Produkte traten bei einer Schweizer Konsumentin starke Nebenwirkungen auf. Die Laboranalysen ergaben, dass es sich nicht – wie auf der Packung deklariert – um einen rein pflanzlichen Tee handelt. Die Teebeutel enthielten stattdessen ein weisses Pulver und verschiedene verbotene, nicht deklarierte synthetische Arzneistoffe und unter anderem einen Stoff, den Swissmedic vor zehn Jahren wegen des möglichen Risikos schwerer Nebenwirkungen sistiert hatte. Bei Konsum von mehreren Teebeuteln am gleichen Tag können unerwünschte Wirkungen bis hin zu kardiovaskulären und respiratorischen Problemen sowie Krampfanfällen auftreten. Swissmedic warnt ausdrücklich davor, Arzneimittel oder auch sogenannte Nahrungsergänzungsmittel mit Heilanpreisungen ausserhalb der legalen Vertriebskanäle wie Apotheken und Drogerien zu kaufen. Insbesondere wird vor jeglichem Bezug aus unbekannten Quellen im Internet und über soziale Netzwerke abgeraten.

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Mai 2020

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