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astrea/Apotheke

Mit viel Herzblut dabei

Ein junger Apotheker und eine junge Apothekerin schildern ihren Einsatz zum Wohl der Patientinnen und Patienten. Die Parallele: Sie brennen beide für ihren Beruf und schätzen seine Vielseitigkeit..
Rahel Rohrer, Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse

Philipp Venetz’ Grossvater war Arzt, der Vater ist Direktor eines Alters- und Pflegeheims, der Bruder Zahnarzt, er wird Pharmazeut: «Ich finde die Kombination von Naturwissenschaft, Medizin und Gesundheitsökonomie extrem spannend.» Die ersten zwei Jahre studiert er an der Universität Bern und wechselt für den Masterstudiengang nach Basel. Für die Masterarbeit zieht es ihn in das ferne Japan, um sich in einem Land mit hohen Qualitätsanforderungen in der pharmazeutischen Industrie dem Thema Medikamentenpflaster mit Wirkstoffen zu widmen. «Ich wollte immer schon mal ein Auslandsemester absolvieren und eine neue Kultur hautnah miterleben.» Die Zurückhaltung der Leute und die Sauberkeit im öffentlichen Raum seien ähnlich wie in der Schweiz, die Apotheken allerdings sähen eher aus wie Einkaufsläden.

Offen für gemeinsame Zukunftsmodelle
Dies spiegelt die Vision des jungen Apothekers, der das Ve(r)netzen nicht nur im Namen trägt. Er ist überzeugter Verfechter der interprofessionellen Zusammenarbeit. Sprich: Ärztinnen und Ärzte tauschen sich mit Apothekerinnen und Apothekern regelmässig aus. In Worb, einer Vorortsgemeinde von Bern, baut der Walliser eine Apotheke auf, die an eine Arztpraxis mit vier Allgemeinmedizinern gekoppelt ist. Praktisch für die Patientinnen und Patienten und optimal für deren umfassende Betreuung und Sicherheit. «Alles in einem Gebäude – Ärzte, Apotheke, Physiotherapie – das garantiert eine hohe Qualität in der Patientenbetreuung, ein Zukunftsmodell. Auch die Krankenkassen befürworten ein derartiges Modell der integrierten Versorgung. Wenn man zusammenarbeitet, kommt man auf die beste Lösung», ist Venetz überzeugt. Er will die Ärzte nicht konkurrenzieren, sondern arbeitet mit ihnen Hand in Hand zusammen, «eine super Erfahrung.»
Neu eröffnete Apotheke im Spital Seit Mitte April leitet Philipp Venetz die neue Loë Apotheke in Chur am Kantonsspital Graubünden. «Die letzten Vorbereitungen für die Eröffnung fanden während des Corona-Shutdowns statt», erzählt der sportliche 32-Jährige, «klar, dass mein fünfköpfiges Apothekenteam wie die anderen Spitalmitarbeitenden ab dem ersten Tag Masken trugen. Im Spital treffen wir regelmässig Ärzte, man kennt sich, die Hemmschwelle ist viel tiefer, miteinander Kontakt aufzunehmen.»
Sein breites Sortiment richtet er speziell auf Patienten nach einem Spitalaufenthalt aus. Diese seien froh, wenn man ihnen nach dem Spitalaustritt nochmals die Medikation in Ruhe erkläre. Mit diesen Augen sieht Venetz die Vorteile des zukünftigen elektronischen Patientendossiers. «Wir entdecken immer wieder etwas, zum Beispiel bei der Dosierung oder Abstimmung mit anderen Medikamenten, die eingenommen werden und die der Patient oftmals im Trubel eines Spitaleintritts zu erwähnen vergisst.» Und: «Mir ist wichtig, dass man die Verträglichkeit von neuen Therapien genau beobachtet und mit Kleinpackungen startet.»

Online-Handel nicht ohne Nebenwirkungen
Nicht viel hält der fortschrittliche Apotheker vom Online-Handel, wenn es um die Gesundheit geht. «Bei einem Medi-kament gehören genaue Informationen und eine Beratung dazu, es handelt sich um ein spezielles Konsumgut. Klar, Online-Bestellungen sind bequem, aber nicht unbedingt sicher und wenig ökologisch. Zudem wäre es mir bei gewissen Wirkstoffen nicht wohl, wenn ich wüsste, dass sie drei Tage in der Sonne gelegen haben …» Sogar Nahrungsergänzungs-mittel können Wechselwirkungen verursachen, warnt er. «Ich will mit der Zeit gehen, aber nicht der Online-Handel ist die Lösung, sondern kundenfreundliche Dienste, die eine rasche Verteilung ermöglichen – mit fachlicher Beratung!»

Lesen Sie den ganzen Artikel unter www.astrea-apotheke.ch auf Seite 40.

Quelle: astreaApotheke, Ausgabe Oktober 2020

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